Chronische ZNS-Erkrankung
Chronische ZNS-Erkrankungen beginnen oft schleichend und zunächst meist unbemerkt. In der Diagnostik gilt es, entzündliche Prozesse und Tumoren sowie degenerative ZNS-Erkrankungen abzugrenzen.
Multiple Sklerose
Bei klinischer Verdachtsdiagnose kann die Lumbalpunktion weitere Hinweise liefern. Charakteristische Liquorbefunde sind:
![]() | Lymphozytäre Pleiozytose < 40 Zellen/µl
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![]() | Albuminquotient < 8,0 x 10-3
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![]() | Intrathekale Immunglobulinsynthese (IgG-Dominanz) im Quotientendiagramm ("Reiber-Schema")
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![]() | Nachweis von oligoklonalem IgG im Liquor
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![]() | Nachweis intrathekaler Antikörper gegen Masern- (81%), Zoster- (53 %) und Rötelnantigene (50 %) mittels Antikörper-Index-Bestimmung ("MRZ-Reaktion": 96 %, bei ca. 1/3 der Patienten gegen 1 Virus, bei ca. 1/4 der Patienten gegen 2 Viren und bei fast 40 % der Patienten gegen alle drei Viren AI erhöht). |
Chronische Neuroborreliose
Eine nicht behandelte Borrelieninfektion kann in seltenen Fällen eine manifeste chronische ZNS-Erkrankung verursachen. Charakteristische Liquorbefunde sind:
![]() | Lymphozytäre Pleiozytose < 40 Zellen/µl
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![]() | Albuminquotient < 8,0 x 10-3, Intrathekale IgG-Dominanz
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![]() | Intrathekaler Nachweis von Borrelien-Antikörpern (AI > 1,5). |
Eine positive MRZ-Reaktion spricht nicht gegen die Neuroborreliose, da eine polyspezifische Immunreaktion vorliegen kann.
Zerebrale Manifestation von Autoimmunerkrankungen
Wie bei Infektionen können auch intrathekale Auto-Antikörper (ANA, Anti-DNS) nachgewiesen werden (AI > 4,0).

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