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 Leistungsschwerpunkte / Liquordiagnostik / Basisdiagnostik /

Basisdiagnostik

Visuelle Beurteilung und Teststreifen (Hb, Bilirubin):

Der unauffällige Liquor ist wasserklar und farblos ohne Nachweis von Hb und/oder Bilirubin mit dem Teststreifen. Ab ca. 1000 Erythrozyten/µl erscheint der Liquor rosig; ab ca. 1000 Leukozyten/µl wird der Liquor opal-weiß getrübt. Je nach zeitlichem Abstand zwischen Blutung und Liquorpunktion können Hämoglobin und/oder Bilirubin nachgewiesen werden (entsprechender Hinweis auf dem Befund).

Zellzahl im Liquor und Zelldifferenzierung:

Die Zellzahl nimmt etwa ab der 2. Stunde nach Liquorpunktion durch Autolyse stark ab; betroffen sind zunächst die Granulozyten, später auch die Lymphozyten. In der Fuchs-Rosenthal-Zählkammer wird die Zellzahl im Nativ-Liquor bei gleichzeitiger Erythrozytenzählung ermittelt. Es gelten als Referenzbereiche im Lumbal-Liquor:

Leukozyten:   
Erwachsene 
< 4/µl 
 
 
Frühgeborene 
< 15/µl 
 
 
Neugeborene 
< 10/µl 
 
 
3. Monat bis 15 Monate 
< 5/µl 
 
Erythrozyten: 
in allen Altersgruppen nicht vorhanden 

Bei artefizieller Blutbeimengung wird die Leukozytenzahl mit Hilfe der Erythrozytenzahl näherungsweise korrigiert: Je 1000 Ery/&micro;l Reduktion der Leukos um 1/&micro;l. Artefizielle Blutbeimengungen zeigen sich auch durch eine abnehmende Zahl an Erythrozyten in der Reihenfolge der entnommenen Liquorproben. Die Zelldifferenzierung erfolgt nach Zytozentrifugation und Färbung des Liquors nach Pappenheim mit folgenden Referenzbereichen:

Lymphozyten 
50 bis 90 % 
  
Monozyten 
10 bis 50 % 
Granulozyten 
bis 5 % 
 
Ependymzellen 
vereinzelt 
Plexuszellen 
vereinzelt 
 
Tumorzellen 
negativ. 

Im Frühstadium der Virus-Meningitis und bei bakterieller Entzündung finden sich vermehrt Neutrophile im Liquor, sonst zeigt sich regelhaft eine Pleiozytose mit Mononukleären und Lymphozyten.

Typische Verläufe akuter entzündlicher Erkrankungen (s. Abb unten nach Lit. 1) mit Darstellung der mononukleären Zellen (MN/&micro;l), Neutrophilen (PN/&micro;l) sowie der immunologischen Parameter (Albumin und IgG, zur Bewertung siehe Punkt 3 des Leitfadens). Zu beachten ist, dass auch virale Erkrankungen in der Frühphase eine granulozytäre Pleiozytose aufweisen können.

 




Gesamtprotein im Liquor:

Eine erhöhte Konzentration von Gesamtprotein im Liquor (Referenz-bereich: 200 bis 500 mg/l) finden sich bei Störung der Blut/Liquor-Schranke, intrathekaler Proteinsynthese, Blutung in die Liquorräume oder artefizieller Blutbeimengung zum Liquor. Sie dient nur als Orientierungspunkt und sollte weiter differenziert werden (siehe Punkt 3).

Laktatbestimmung im Liquor:

Die Laktatkonzentration im Liquor (Referenzbereich: < 2,1 mmol/l)hängt ab vom aktuellen Zustand der Blut/Liquor-Schrankenfunktion, der Zahl neutrophiler Granulozyten und der Gegenwart maligner Zellen. Ohne Fluorid-Zusatz ist die Laktatkonzentration bis zu ca. 6000 Leukozyten/&micro;l und 30000 Erythrozyten/&micro;l etwa 3 Stunden stabil bei +20°C bis +25°C. Bei akuter bakterieller Meningitis und tuberkulöser Meningitis finden sich erhöhte Laktatwerte im Liquor (3,5 mmol/l); bei viraler Meningitis finden sich meist keine erhöhten Werte.

Glukosebestimmung in Liquor und Blut:

Die Glukose im Liquor (Referenzbereich: > 50 % bis 60 % der Blutglukose) sollte immer in Bezug zur Blutglukose bestimmt werden. Bei der bakteriellen Meningitis, der tuberkulösen Meningitis und Meningealneoblastosen kommt es zu einem drastischen Abfall der Liquorglukose (Liquor-Glukose < 50 % Blut-Glukose).

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